THE QUEENS
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Er selbst trinke nach Feierabend eigentlich am liebsten einen ganz klassischen Gin Tonic, gibt Mateusz Studzinski lächelnd zu. Was aber keinesfalls heißt, dass er nicht ins Schwärmen gerät bei all den wunderbaren Kreationen, die in den Bars an Bord der Queen Mary 2 auf den Karten stehen. Der Bars Manager kennt sie alle ganz genau – die Signature Drinks im Commodore Club, die exklusiv zu Ehren sieben ehemaliger, zum Ritter geschlagener Cunard Commodores entwickelt wurden, ebenso wie die spannenden Neuheiten im Chart Room oder die vielen Spezialitäten in der Churchill’s Cigar Lounge, im Golden Lion Pub, im Sir Samuel’s, in der Champagner Bar. Es besteht kein Zweifel: Dieser junge Mann aus der Nähe von Warschau hat mehr als genug zu tun. Trotzdem nimmt er sich Zeit für das THE QUEENS Team und eine spannende Reise in die Geschichte der Cunard Commodores ebenso wie zu den aktuellen Trends der anspruchsvollen Cocktailszene. Na dann: Cheers!

Dieser Drink wird zelebriert: Reichlich Dampf verhüllt den Blick auf das, was unter der großen Glashaube wartet. Was für ein Erlebnis, wenn das Geheimnis im wahrsten Sinne des Wortes gelüftet wird! Was mag sie bedeuten, diese Komposition aus dem schottischen Whisky Rascally Liquor zusammen mit spanischem Licor 43, Kaffeelikör, Cognac, Espresso, Honig, Sahne und zum krönenden Abschluss einigen Schokoflocken aus dem Pfeifenkopf? 

Der Drink „Chieftain of the Clan“ hätte seinem Paten, Commodore Robert Irving, garantiert gefallen: üppig, luxuriös, voller intensiver Aromen und dann noch dekoriert mit einer Pfeife. Irving, der 1877 geboren wurde und 1954 starb, ist einer der sieben Cunard Commodores, die von der britischen Krone die Ritterwürde verliehen bekamen, weil sie sich durch besonderen Einsatz, Mut und herausragende Leidenschaft auszeichneten. Zu seinen Meisterleistungen gehört, dass er während eines Hafenstreiks in New York die riesige Queen Mary ohne die übliche Hilfe von zwölf kraftvollen Schleppern ins Dock manövrierte. Dafür ließ der passionierte Pfeifenraucher und -sammler sich vermutlich auch ordentlich feiern, denn Bescheidenheit war nicht die Sache des Sprösslings einer wohlhabenden schottischen Familie, der später zum Oberhaupt seines Clans wurde – „Chieftain of the Clan“ eben. 

Sehr unterschiedliche Persönlichkeiten wurden zu den herausragendsten Führungspersönlichkeiten der Cunard Flotte – das erzählen die Lebensgeschichten auf der Karte im edlen Commodore Club ebenso wie die Drinks, durch die sie eine außergewöhnliche Würdigung erfahren. So war Edgar Britten (1874–1936) für seine absolute Zielstrebigkeit bekannt. Er unterbot 1936 mit der Queen Mary die Vier- Tage-Grenze beim Überqueren des Atlantiks und holte damit das Blaue Band. „Yorkshire Pacesetter“ heißt folgerichtig der Cocktail, der dem Nordengländer gewidmet ist – eine faszinierende Mischung aus „Blue Riband“ XO Cognac und Geschmacks­noten des klassischen „Yorkshire Cake Parkin“. 

„Das Entwicklungsteam hat die Lebensgeschichten der Commodores gründlich erforscht, um Drinks zu kreieren, die ihre Persönlichkeit widerspiegeln“, erzählt Bars Manager Mateusz Studzinski. „Beeindruckend, wie dies gelungen ist. Es sind wirkliche Besonderheiten, die viele Gäste neugierig machen.“ 

Es gibt also viele gute Gründe, sich auf einen Drink im Commodore Club einzufinden – aber, und das betont Mateusz Studzinski ebenfalls, auch die anderen Bars an Bord zu besuchen. Zum Beispiel den eleganten Chart Room auf Deck 3. Stolz präsentiert der 31-jährige Bars Manager, der 80 Mitarbeiter führt, die Karten für tagsüber und für abends mit jeweils 20 Cocktails. „Hier dreht sich alles um Sternbilder und nautische Pläne – faszinierend.“ Seit elf Jahren schon ist der großgewachsene Mann auf Cunard Schiffen unterwegs. „Mein Vater hat 20 Jahre für Cunard im Restaurantbereich gearbeitet, er hat immer so schöne Geschichten erzählt und Postkarten aus allen Teilen der Welt geschickt. Da war es für mich irgendwie einfach klar, dass ich das auch machen würde.“