CUNARD.STORIES
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Farewell, Commodore Christopher Wells!

Einer der beliebtesten Cunard Kapitäne geht in den Ruhestand

29 Jahre im Dienst, 8 Kreuzfahrtschiffe, tausende von Seemeilen und zuletzt noch die Ernennung zum ranghöchsten Offizier – auf diese beeindruckenden Leistungen kann Commodore Christopher Wells zurückblicken, wenn er nach knapp drei Jahrzehnten bei Cunard und P&O Cruises zum letzten Mal als Kapitän die Brücke der Queen Mary 2 verlässt und sich auf den Weg in den wohlverdienten Ruhestand macht.

Der in Bournemouth geborene Commodore Wells begann seine Karriere auf See 1974 als junger Kadett der Warsash Maritime Academy bei Shell Tankers. Nach seiner Ausbildung wechselte er in die Handelsschifffahrt und verbrachte die folgenden 16 Jahre auf einer Vielzahl von Schiffen, Tankern und Massengutfrachtern in Südostasien. Diese Erfahrung ließ seine Leidenschaft für die See und seinen Einsatz für seinen Traumjob stetig weiter wachsen, was 1985 mit dem Erhalt seines Kapitänsbriefs belohnt wurde.

Im Mai 1992 verließ Commodore Wells die kommerzielle Schifffahrt und heuerte als Zweiter Offizier auf der Queen Elizabeth 2 an. Innerhalb kurzer Zeit wurde er zunächst zum Ersten Offizier und dann zum Staff Captain, sprich: zum Zweiten Kapitän, befördert. Es folgten weitere Stationen auf Schiffen von Princess Cruises, P&O Cruises und P&O Cruises Australia, bevor Chris Wells – wie der sympathische Brite meistens genannt wird – zu Cunard und den Queens zurückkehrte. Er diente als Kapitän der Queen Victoria und der Queen Elizabeth und leitetet die vergangenen 13 Jahre das Team an Bord der Queen Mary, der „Königin der Meere“, zu der er eine ganz besondere Verbindung hat. Wells erinnert sich: „Rückblickend war der vielleicht wichtigste Moment in meiner Karriere die Berufung in das Bauteam der Queen Mary 2. Das war eine fantastische Gelegenheit und erlaubte es mir, ein weitestgehend ‚normales Leben‘ an Land zu verbringen. Ich pendelte jeden Tag von meinem Mietshaus in Pornichet in Frankreich zur Werft und zurück und konnte somit neben der Arbeit das Familienleben mit zwei Kleinkindern in vollen Zügen genießen. Nach 18 Monaten lieferten wir nicht nur den beeindruckendsten Transatlantik-Liner aus, sondern auch William Wells, meinen jüngsten Sohn. Ich fuhr auf der Queen Mary 2 als ihr erster Stabskapitän und war dann hocherfreut, 2008 als ihr erster Kommandant zurückzukehren. Ich hatte nun das große Glück, meine letzten fünf Berufsjahre als Kapitän dieses großartigen Schiffes zu verbringen. Leider verlasse ich es nun an einem Tiefpunkt seiner Geschichte, mitten in der anhaltenden Betriebspause, allerdings nicht gänzlich ohne Licht am Horizont für eine baldige Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebes.“

Während seiner fast drei Jahrzehnte in der Kreuzschifffahrt hatte Commodore Wells mehrmals das Vergnügen, Ihre Majestät Queen Elizabeth II. zu treffen – bei der Taufe der Queen Mary 2 und bei der Taufe der Queen Elizabeth.  Ein weiterer Höhepunkt war 2017, als Commodore Wells wagemutig den höchsten Punkt des Sydney Opera House bestieg, um das zehnjährige Jubiläum des allerersten Besuchs der Queen Mary 2 in der australischen Stadt zu feiern. Darüber hinaus verband Wells seine Seefahrerkarriere über 25 Jahre hinweg mit dem Dienst in der Royal Naval Reserve und ist dort auch heute noch Ehrenkapitän.

Bei den Kollegen und bei den Gästen war der charismatische und stets freundliche Kapitän sehr beliebt und erhielt zuletzt den höchsten Rang, der einem Seemann zuerkannt wird, den Titel des Commodore. Wer Christopher Wells einmal am Kapitänstisch im Zentrum des Britannia Restaurants aus nächster Nähe erleben durfte, der weiß: Ein charmanterer, amüsanterer Gastgeber lässt sich kaum vorstellen. Mit der ihm eigenen Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor führte er auch stets die Crew. Simon Palethorpe, Präsident von Cunard, fasst es zusammen: „Commodore Wells war ein wunderbarer Botschafter für Cunard, der mit Stolz die besten Traditionen und höchsten Standards unserer Reederei hochgehalten hat. Er wird von Kollegen und Gästen gleichermaßen schmerzlich vermisst werden. Davon zeugt auch die große Anzahl von Grußkarten, die eingegangen sind, um ihm alles Gute zu wünschen, und in denen immer wieder sein großartiger Sinn für Humor sowie der Respekt, den er genoss, erwähnt werden.“ 

Nachdem seine berufliche Reise bei Cunard nun ein Ende gefunden hat, setzt sich Christopher Wells zu Hause in Südengland nahe Chichester zur Ruhe. Seine Ehefrau Hedda wird es freuen; so bleibt ab jetzt mehr Zeit für gemeinsame Reisen – beispielsweise nach Husum, dem Heimatort der waschechten Nordfriesin.

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