CUNARD.STORIES
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Die Queen und Cunard – in treuer Verbundenheit

Am 21. April 2021 wurde die Königin von England stolze 95 Jahre alt – ein wunderbarer Anlass, um einen Blick zurück zu werfen auf die großartige Verbindung, die zwischen der Monarchin und Cunard besteht – und das seit nunmehr 82 Jahren.

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Das erste Mal kam die Queen, damals noch zarte 12 Jahre alt, am 27. September 1938 mit Cunard in Kontakt. An diesem Tag reisten sie und ihre Schwester Margaret zusammen mit ihrer Mutter an den Clyde, einen der großen Flüsse Schottlands, um den Stapellauf des größten Schiffes der Welt – der QUEEN ELIZABETH – zu beobachten. Auf dem Foto kann man nur die Spitze von Prinzessin Margarets Hut sehen, so klein war sie!

Bevor sie 1952 zur Königin gekrönt wurde, besuchte die Prinzessin am 20. Oktober 1947, beim letzten öffentlichen Auftritt vor ihrer Hochzeit, erneut das Städtchen Clydebank, um die CARONIA vom Stapel zu lassen. Die Prinzessin und das Schiff wurden an diesem Tag von 40.000 Gratulanten begrüßt.

Die beliebte QUEEN ELIZABETH 2 wurde ebenfalls in Clydebank gebaut und am 20. September 1967 von der Königin zu Wasser gelassen. Dabei lüftete Ihre Majestät das größte Geheimnis des Tages – den tatsächlichen Namen des neuen Ocean Liners. Die Königin konnte bereits vorab einen ersten Blick aus der Luft auf das Schiff werfen, als sie vor der Landung auf dem Flughafen Glasgow eine Runde über dem Hafen drehten. Einige Stunden später, um exakt 14.28 Uhr, an einem sonnigen Nachmittag, trat Queen Elisabeth II. vor 30.000 gespannten Zuschauern auf die Aussetzungsplattform und verkündete feierlich: „Ich taufe dieses Schiff auf den Namen Queen Elizabeth The Second. Möge Gott sie und alle, die auf ihr fahren, segnen.“

Sie durchschnitt das Band mit der gleichen goldenen Schere, mit der ihre Mutter 1938 die QUEEN ELIZABETH und ihre Großmutter 1934 die QUEEN MARY zu Wasser gelassen hatte. Damit gab sie die Weinflasche frei, die auf die Seite des neu getauften Liners krachte. Sie drückte den Knopf, der den Stapellauf elektrisch auslöste. Und dann passierte: nichts. 

70 Sekunden lang schien es, als würde sich das Schiff nicht bewegen. Die Königin schaute verblüfft; das Lächeln in Prinz Philips Gesicht verblasste. Arbeiter hoch oben auf dem Deck beugten sich über die Reling und riefen: „Gib uns einen Schubs!“ Werftdirektor George Parker fackelte nicht lange, schloss sich der Aufforderung an, hechtete an den Bug und schob. Er winkte jubelnd mit seinem Hut, als sie sich zufällig im Moment des Anstoßens in Bewegung setzte. Etwas mehr als zwei Minuten, nachdem die Königin sie getauft hatte, glitt die QUEEN ELIZABETH 2 sanft in den Clyde und die Monarchin rief aus: „Oh, sieh sie dir an, sie ist wunderschön.“. In den Zeitungen des darauffolgenden Tages stand, die Königin habe geweint als das neue Schiff in den Clyde einfuhr, und dass Prinz Philip ein weißes Taschentuch aus seiner Tasche nahm und es ihr reichte. 

Flugzeuge der No. 736 Squadron der Fleet Air Arm überflogen das Schiff in einer Ankerformation als Luftsalut, während sechs Schlepper das Schiff Zentimeter für Zentimeter in das Ausrüstungsbecken manövrierten. Die Königin, ihr Anhang und ihre Gäste gingen dann zum Abendessen in die Werkskantine. Dort wurde der Königin ein kleines Schnellboot für die Royal Yacht Britannia überreicht – gebaut auf demselben Liegeplatz wie die QE2. Die hoch erfreute Königin dankte dem Werftvorsitzenden Lord Aberconway und schlug vor, es John Brown zu nennen und in den Cunard Farben zu lackieren, worauf Prinz Philip erwidert haben soll: „Warum nennen wir es nicht Cunard und lackieren es braun?“ 

Fast zwei Jahre später, am 1. Mai 1969, besuchte die Königin in Begleitung von Prinz Philip die QUEEN ELIZABETH 2 in Southampton, am Vorabend der Jungfernfahrt des Schiffes, und setzte damit eine königliche Tradition fort, die von ihrer Mutter und ihrer Großmutter begründet wurde, die „ihre“ Schiffe ebenfalls besuchten, bevor sie sich erstmals auf große Reise machten.

Abgesehen von den gelegentlichen Besichtigungen der QUEEN ELIZABETH 2 von außen an Bord der Royal Yacht Britannia, besuchte die Queen das damalige Cunard Flaggschiff erst wieder am 27. Juli 1990, im Rahmen der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen von Cunard. Die Königin und der Herzog von Edinburgh besichtigten zu diesem Anlass drei Cunard Schiffe (QE2, Vistafjord und Atlantic Conveyor) sowie Schiffe der Royal Navy in Spithead, bevor sie mit der Royal Barge von der Britannia auf die QE2 umstiegen und auf dem Southampton Water weiterfuhren, während sie Mittagessen an Bord der QE2 genossen. Es war das erste Mal, dass ein regierender Monarch auf einem kommerziellen Schiff mit anderen Passagieren fuhr.

37 Jahre nach dem Stapellauf der QUEEN ELIZABETH 2 reiste Ihre Majestät am 8. Januar 2004 nach Southampton, um die QUEEN MARY 2 zu taufen – den größten, längsten, höchsten, breitesten und prächtigsten Ocean Liner, der je gebaut wurde. Diese Zeremonie gilt bis heute als die spektakulärste ihrer Art überhaupt.

Ein trauriger Abschied folgte am 2. Juni 2008, dem Jahrestag ihrer Krönung, als die Queen der QUEEN ELIZABETH 2 in Southampton einen letzten Besuch abstattete und ein Mittagessen an Bord genoss. Bei diesem Besuch enthüllte sie auch ein eigens in Auftrag gegebenes Porträt mit dem Titel „Coming Home“, das die bevorstehende letzte Ankunft der QE2 in Southampton zeigt. Das Gemälde wurde dann von HRH The Duke of Edinburgh während seines Abschiedsbesuchs am 11. November 2008 – dem letzten Tag der QE2 in Großbritannien – an die Stadt Southampton überreicht.

Es dauerte nicht lange, bis sich eine neue QUEEN ELIZABETH der Cunard Flotte anschließen würde, und Cunard fühlte sich geehrt, dass Ihre Majestät zustimmte, auch dieses Schiff zu taufen. Die Taufe fand am 11. Oktober 2010 in Southampton statt. Damit ist Queen Elisabeth II. die einzige Person, die allen drei QUEEN ELIZABETH-Taufzeremonien beiwohnte.


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