CUNARD.STORIES
5/20

... denn Kontrolle ist besser!

Sie haben die ganze Welt auf dem Bildschirm – und unter anderem die drei Cunard Queens jederzeit fest im Blick: Die Mitarbeiter des Fleet Operations Center bei Carnival Maritime in der Hamburger HafenCity sind so etwas wie die Fluglotsen der Meere. Mithilfe der digitalen Navigationsplattform Neptune optimieren sie in ihrem nautischen Zentrum Sicherheit und Umweltschutz und bieten den Crews an Bord bei Bedarf Unterstützung an.

Ob Indischer Ozean, Atlantik oder Nordsee: Wo auch immer sich eines der insgesamt 37 Schiffe, die vom Fleet Operations Center (FOC) aus unterstützt werden, gerade befindet: Die Position, die alle 15 Sekunden aktualisiert wird, lässt sich an der Monitorwand in Hamburg beinahe metergenau ablesen. Zusammen mit unzähligen weiteren Daten, die von jeweils zwei Mitarbeitern routiniert, aber zugleich höchst konzentriert erfasst und bewertet werden.

Amie Jackson ist die Teamleiterin des FOC, das bei Carnival Maritime als Herzstück des Hauses mit insgesamt 180 Mitarbeitern gilt. Neben den drei Cunard Queens hat ihr Team ein Auge auf die Schiffe von AIDA, Costa und P&O Cruises. „Wir geben den Kapitänen nicht vor, was sie tun sollen, sondern stellen bei Bedarf Rat und Unterstützung bereit“, betont die Chefin von zwölf nautischen Offizieren, die im Schichtbetrieb jeweils zu zweit ihren Dienst versehen, sodass das FOC rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr besetzt ist. „Und wir spielen hier auch nicht ‚Big Brother‘“, fügt sie mit einem augenzwinkernden Lächeln hinzu. Was die vor zwei Jahren eingerichtete zentrale Einheit für die verschiedenen Carnival-Marken dagegen bietet, ist einen wohl einmaligen Support mit modernster Technik, der das Reisen auf See noch sicherer, umweltschonender und rundum besser macht. 

Das Thema Sicherheit steht ganz oben auf der Aufgabenliste des FOC. Permanent werden von Hamburg aus die Daten zwischen dem optimalen Routenkorridor und der tatsächlichen Fahrtroute eines jeden Schiffs abgeglichen. „In den allermeisten Fällen sind das kleine Abweichungen aufgrund von Begegnungsverkehr, wegen des Wetters oder auch mal wegen einer Übung an Bord“, erklärt der wachhabende Nautiker Hendrik Schumann, der früher selbst ein Containerschiff steuerte und jetzt seinen Job in Hamburg besser mit dem Familienleben unter einen Hut bringen kann. „Aber wenn es tatsächlich einmal vorkommt, dass wir eine Abweichung nicht erklären können, rufen wir direkt auf der Brücke an und fragen nach dem Grund.“ Aufgrund der Ausbildung spricht man auf Augenhöhe miteinander; die enge Kommunikation zwischen den Schiffen und der Hamburger Zentrale hat sich schon jetzt bewährt. Außerdem arbeitet das FOC in Hamburg mit mehreren Wetterdiensten und vergleicht deren Informationen permanent im Hinblick auf die Routen der Schiffe. „So können wir gegebenenfalls gemeinsam mit der Crew an Bord rechtzeitig über Streckenänderungen beraten oder das An-laufen an einem alternativen Hafen organisieren“, so Schumann. In 95 Prozent der Fälle ist es mit einer kurzen gegenseitigen Information getan – ein gutes Gefühl. 

Allerdings passieren auf Kreuzfahrtschiffen wie im richtigen Leben nun einmal ständig Dinge, die niemand vorhersehen kann. Ein kleineres technisches Problem, ein erkrankter Reisender, der von Bord in ein Krankenhaus gebracht werden muss, ein Stau, in dem Passagiere auf der Fahrt zum Schiff feststecken. In all diesen Fällen ist die Mannschaft an Bord froh, einen Teil der Organisation an die Kollegen in Hamburg delegieren zu können. „Oft können wir ganz einfach von hier aus besser handeln“, sagt Amie Jackson. „Es ist nun einmal so, dass die Kommunikation schwierig sein kann, wenn man sich in der Mitte des Ozeans befindet.“ Die zierliche Frau, die seit ein paar Monaten in Hamburg lebt, kann auf neun Jahre Erfahrung bei der britischen Navy zurückgreifen. Sie ist stolz auf ihr gut eingespieltes Team und auf die technische Ausstattung, die in puncto nautische Unterstützung und Umweltschutz ebenfalls neue Möglichkeiten bietet. „Die Treibstoffkosten sind ein riesiger Faktor, deshalb ist die Routenentwicklung zur Optimierung des Verbrauchs und des gesamten Energiemanagements so wichtig“, erklärt Amie Jackson. „Nicht immer ist die kürzeste Route auch die effizienteste. Bisher haben wir 3.000 Korridore definiert, aber die See ist groß. Auch im Hinblick auf weitere wirtschaftlich relevante Bereiche wie etwa Wasserverbrauch und Abfallentsorgung liefern uns die Daten immer wieder Verbesserungsoptionen.“

Heute ist ein ruhiger Tag im operativen Zentrum von Carnival Maritime. „Man kann das überhaupt nicht vorhersagen“, so Hendrik Schumann. „Mal passiert gar nichts, und dann gehen zwei, drei Anrufe gleichzeitig ein – bevorzugt natürlich nachts um zwei Uhr ...“ So entspannt er wirkt: Wie ein Fluglotse im Tower ist auch während unseres Gesprächs ein Teil seiner Aufmerksamkeit ständig auf die Bildschirme vor ihm gerichtet. Kontrolle ist nun einmal besser.

Hier erfahren Sie mehr zu Cunard.